Anbau und Herkunft | Unsere Kaffeebauern

Unsere Kaffeebauern: Diri Kooperative (Äthiopien)

12. Januar 2021

Tief im Südwesten Äthiopiens versteckt, liegt die, trotz ihres einzigartiges Kaffeeerbes eher unbekannte Stadt Bonga. In den Wäldern rund um Bonga soll irgendwann im 6. Jahrhundert eine neugierige Ziege des Hirtenjungen Khaldi rote Beeren von einem Strauch gefressen haben und danach sehr „lebendig“ und besonders frech geworden sein. Also probierte Khaldi die Beeren, die er noch nie zuvor gesehen hatte, selbst aus und bemerkte auch an sich die belebende Wirkung. Somit war die Kaffeebohne entdeckt.

Übrigens der Begriff „Kaffee“ soll auch vom alten Namen der heutigen Region Oromia, in der Bonga liegt, stammen. Das Königreich Kaffa hielt sich über 500 Jahre als unabhängiger Staat bis es 1897 von Äthiopien annektiert wurde.

Heute gehört das Waldgebiet um Bonga, das etwa 500 Quadratkilometer bewaldeter Hänge umfasst, zu den letzten noch erhaltenen äthiopischen subtropischen feuchten Regenwaldgebieten signifikanter Größe. Die unterschiedliche Topographie, die von 500 bis 3.300 Höhenmetern reicht, erklärt auch die hervorragende Kaffeequalität. Der natürliche Schatten der Waldbäume hilft den Kaffeebohnen dabei, sich langsamer zu entwickeln und somit ein einzigartiges Aroma zu entfalten. Vor nicht allzu langer Zeit drohte dieser außergewöhnliche Kaffee direkt aus den Regenwäldern verloren zu gehen. Wie es gelang diese Kaffeerarität zu „retten“? Lesen Sie weiter.

Hier in unmittelbarer Nähe der Geburtsstätte unseres Lieblingsgetränkes ist auch die Heimat der Diri Kooperative. Die gesamte Kooperative produziert in einem Jahr rund 100 Tonnen Kaffee. Der Kaffee wird auf familieneigenen Parzellen und im umliegenden Regenwald angebaut und nach der Ernte in der Wetmill der Kooperative aufbereitet. Bei den Bauern der Diri Kooperative handelt es sich um Kleinstbauern, die durchschnittlich eine Fläche von 0,8 Hektar bewirtschaften. Neben Kaffee werden auch verschiedene Nahrungsmittelpflanzen wie Mais, Teff (=Zwerghirse), Bohnen, Gerste und Gemüse für den eigenen Verbrauch angebaut. Zusätzlich züchten viele Bauern auch noch Tiere wie Kühe, Schafe, Ziegen und Hühner.

Die Diri Kooperative ist ein gutes Beispiel, wie wir uns Handel auf Augenhöhe vorstellen. 2009 wurde mit Unterstützung von TechnoServe von der Kooperative eine Wetmill (= eine Station zur Aufbereitung des Rohkaffees) errichtet. Davor verkauften die Bauern ihren Kaffee als getrocknete Kirschen auf den lokalen Märkten. Markthändler haben hier die Preise für den Kaffee festgelegt und diesen dann mit anderen Kaffees vermischt. Einer der kostbarsten Kaffees ging dabei in seiner Einzigartigkeit verloren. Zu dieser Zeit erhielten die Bauern für ihren Kaffee nur 3 Birr (0,063 Euro) je Kilo rote Kaffeekirschen (für getrocknete Kirschen gab es immerhin 8 Birr = 0,17 Euro). Aufgrund der geringen Qualität und der niedrigen Preise wollten sich die Bauern aus dem Kaffeeanbau zurückziehen.

Mit Aufnahme des Betriebes der Wetmill jedoch gelang es der Kooperative, qualitativ hochwertigen Spezialitätenkaffee effizient herzustellen und sich verstärkt auf die Qualitätsverbesserung jedes einzelnen Produktionsschrittes zu konzentrieren. Der Kaffee der Diri Kooperative hat innerhalb kürzester Zeit deutlich an Qualität und Preis zulegen können. Bei cuppings (= Verkostungen) erzielt der Kaffee der Diri Cooperative heute ein Scoring von 86 (von 100). Auch für die Kaffeebauern zahlt sich die Arbeit endlich aus. Für ihren Kaffee erhalten sie nun das rund 300-fache.

Mehr Informationen zur Diri Cooperative findet sich im Coffee Transparency Sheet von TechnoServe.

Unser Kaffee der Diri Cooperative: Kafa – Wildgrown Kaffee