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Ziegel um Ziegel – ein neues Dorf (Indien / VRO)

14. September 2020
Beitragsbild Ziegel um Ziegel für Familien

Ausgegrenzt und diskriminiert leben Angehörige niederer Kasten und ethnischer Minderheiten am Rand der indischen Gesellschaft in extremer Armut. Die kleine Siedlung Dadidibba Colony im Bundesstaat Andhra Pradesh ist ein Beispiel dafür.
Die 30 Familien des Dorfes gehören der ethnischen Minderheit der Yanadi an. Sie werden abwertend auch als „Rattenfänger“ bezeichnet, da sie ihren kargen Lebensunterhalt hauptsächlich mit dieser Tätigkeit verdienen. Daneben arbeiten einige Frauen und Männer als TagelöhnerInnen auf den Feldern benachbarter Großgrundbesitzer.
Der Lohn reicht jedoch kaum zum Überleben, geschweige denn ein gemauertes Haus zu bauen. So wohnen die 90 DorfbewohnerInnen nach wie vor in kleinen Hütten aus Palmblättern, Bambus und Lehm. Diese halten den starken, jährlich wiederkehrenden Regenfällen nicht stand und müssen jedes Jahr aufs Neue ausgebessert werden. Zudem müssen die Familien einen Kilometer weit gehen, um zum nächstgelegenen Trinkwasserbrunnen zu gelangen. Und auch der Transport von Gütern ist schwierig, da es lediglich einen schmalen Pfad zum Hauptdorf gibt.
Dank der Hilfe eines engagierten Lokalpolitikers haben die Familien bereits vor einigen Jahren die Besitztitel für ihr Land erhalten. Nun benötigen sie Unterstützung, um ihre Wohnsituation zu verbessern.

Ziegel um Ziegel

Die Dorfstrasse
Frau mit Kindern vor einer Strohhütte
Mann und Frau vor einer Strohhütte
Mann betoniert ein Fundament
Menschen setzen Ziegel auf Ziegel
Menschen sortieren Ziegel
fertige Häuser
Die Dorfstrasse Frau mit Kindern vor einer Strohhütte Mann und Frau vor einer Strohhütte Mann betoniert ein Fundament Menschen setzen Ziegel auf Ziegel Menschen sortieren Ziegel fertige Häuser

Mit unserer Unterstützung können die Familien kleine, gemauerte Häuser errichten, in denen sie und kommende Generationen Schutz vor Wind und Wetter finden.
Die Bauarbeiten werden dabei gemeinschaftlich organisiert. Dadurch werden die Dorfgemeinschaft und der Zusammenhalt der Familien untereinander weiter gestärkt.
Mit ihren neuen Häusern steigt außerdem die Anerkennung der Familien in der Gesellschaft und damit verbunden das Selbstwertgefühl der diskriminierten Familien. Endlich kann für sie ein neuer Lebensabschnitt in einem sicheren Heim beginnen.

Die Village Reconstruction Organisation (VRO) wurde 1971 vom flämischen Jesuitenpater Michael Windey (1921-2009) gegründet. Getragen wird die VRO von den engagierten indischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und ihrem Ideenreichtum und Einsatz für benachteiligte Familien. Organisationen aus der Schweiz, Deutschland, Belgien, Italien sowie der Entwicklungshilfeklub in Österreich unterstützen sie dabei. Nach wie vor sind der Aufbau einer lebendigen Gemeinschaft sowie der ‘geistige Dorfbau’ untrennbar mit dem Bau von stabilen und die Menschen vor Naturkatastrophen schützenden Häusern verbunden. Dorfbau bedeutet daher auch Schaffung von Kindergärten, Ausbildung von Handwerkerinnen und Handwerkern, neue landwirtschaftliche Methoden, Wasserversorgung, Aufforstung etc. Nach dem Tod von Michael Windey wird die VRO nun vom indischen Jesuitenpater Peter Daniel geleitet.

Das Projekt wird auch von der Höheren Lehranstalt für Tourismus und Wirtschaft Bergheidengasse im Rahmen des „Theaterhotels“ sowie durch die Benefizveranstaltung „Zum Tod lachen“ unterstützt.

Fotos: © Dorferneuerungsbewegung VRO – Village Reconstruction Organisation (Da wir die sozialen Projekte nicht selbst betreuen und besuchen, ist der Projektträger die Quelle und Eigentümer der Fotos)
Projektbeschreibung: © Entwicklungshilfeklub
KAFFEELAND HAINISCH in Zusammenarbeit mit Entwicklungshilfeklub und VRO (Durchführung im Einsatzgebiet)

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