Rezepte

Dalgona Coffee – zuckersüßer Kaffeegenuss

25. Januar 2021
Dalgona Coffee

Wir haben uns lange gegen dieses südkoreanische Hippgetränk des Vorjahres verwehrt, da wir grundsätzlich keine Freunde von Instantkaffee sind. Weil es sich dabei aber um eine „zuckersüße“ Kaffeespezialität handelt, haben wir uns in Einstimmung auf den Valentinstag am Rezept „vergangen“ und den Instant-Kaffee schnell einmal durch frisch gebrühten Kaffee ersetzt. Vorweg erwähnt sei auch noch, dass die Zubereitung eines Dalgona Coffee mit „echtem“ Kaffee aufgrund der doch längeren Zubereitungszeit sicherlich schon als aufrichtiger Liebesbeweis gesehen werden kann.

Die Idee Instantkaffee cremig zu schlagen ist jedoch bei weitem älter als der Pandemie Tik Tok Schlager. Bereits in den Fünfzigern des letzten Jahrhunderts gaben die Griechen ihrem Instantkaffee-Shake den Namen Café frappé. Und auch diese Idee war nicht wirklich neu. Seit einer gefühlten Ewigkeit gibt es in Österreich den Kaffee Kolschitzky, den Eiskaffee ohne Eis. Weltweit finden sich noch unzählige weitere Varianten: Der Beaten Coffee oder Indian Cappuccino, bei dem keine Beate als Kreierende sondern die Tätigkeit des Schlagens der Kaffeemixtur (Beat the coffee mixture) namensgebend war. Unterschiedliche Pheta (= beaten) coffee gibt es in Pakistan und Indien: beispielsweise phenti hui coffee oder phitti hui coffee. Und in Libyen finden wir den Cappuccino Lybian Style. Alle haben die Idee Instantkaffee mit Zucker dick und schaumig zu schlagen und dann mit Milch zu servieren gemein.

Im Vergleich zu all diesen besteht die Besonderheit des Dalgona Coffee allerdings darin, dass die Kaffeecreme als Topping auf der heißen oder kalten Milch serviert wird.

Übrigens der Name des aktuellen Trendgetränks leitet sich von einer koreanischen Süßigkeit her. Jung Il Woo, ein koreanischer Schauspieler, probierte in Macau einen Kaffee und weil ihn dies an eine Süßigkeit erinnerte nannte er ihn in der südkoreanischen TV-Show Pyunstorang ganz einfach Dalgona Coffee. Das war die Geburtsstunde des Lifestylegetränks, das in Südkorea zum trendigen Food-Thema während der Pandemie wurde, vermutlich wegen seiner Fotogenität gepaart mit einer einfachen Zubereitung.

Das Originalvideo, das den Hype während der ersten Lockdownphase der Pandemie auslöste:

Wir haben uns mit unserer Variante dann aber eher am café Cubano (Cuban coffee) orientiert, und für die Kaffeecreme statt eines Instantkaffees einen echten Espresso verwendet. Daraus ergibt sich unsere Variante des Dalgona Coffee

Was wir benötigen:

  • doppelter Espresso
  • 30g raffinierter (weißer) Zucker (rund 6-7 Teelöffel)
  • 300 ml Milch

Und so wird´s gemacht:

  1. einen doppelten Espresso zubereiten und
  2. auskühlen lassen bis der Kaffee lauwarm ist
  3. den lauwarmen Espresso mit dem Zucker in einer Schüssel verrühren, bis eine cremige Masse entsteht
  4. die Milch aufschäumen und in zwei Gläser füllen
  5. die cremige Kaffeemasse auf die Milch gießen

Im Gegensatz zum koreanischen Originalrezept mit Instantkaffee wird die Kaffeemasse schön cremig aber nicht so dickflüssig und es dauert etwas länger (in Abhängigkeit vom Zucker rund 5 – 15 Minuten) bis die Kaffee-Zucker-Masse schön cremig ist.

Tips

  • Das Rezept funktioniert auch mit Filterkaffee bzw. Cold Brew – entscheidend ist das Verhältnis Flüssigkeit zu Zucker
  • Es muss nicht unbedingt raffinierter Zucker sein, ein Dalgona Coffee gelingt auch mit unraffiniertem Rohrzucker oder Honig – allerdings dauert dann das Verrühren deutlich länger
  • Wir haben es auch mit Würzen des Kaffee-Toppings probiert: vor allem Kakao, Karadamon oder Zimt können wir empfehlen. Aber auch Salz (salted caramel) hat sich hervorragend bewährt.