Wasser für Hirtenfamilien in Arda-Olla (Äthiopien / IDURUS)

Regen und Leben – ein Wasserrückhaltebecken für Hirtenfamilien

Wenn die Hirten im Süden Äthiopiens mit ihren Herden in der Trockenzeit auf der Suche nach Weideland und Wasser unterwegs sind, ist das Leben für die in den Dörfern verbleibenden Frauen und Kinder selbst in guten Regenjahren hart. In Dürrejahren ist es fast unmöglich. Wasser muss bei einer Pumpstation gekauft werden, und oft bleibt kein Geld mehr, um Lebensmittel und die Dinge des täglichen Bedarfs zu erwerben.
Ein Wasserrückhaltebecken kann den jährlichen Trockenmonaten und den häufigen Dürreperioden den Schrecken nehmen: Es füllt sich in der Regenzeit und deckt den Bedarf an Trink- und Nutzwasser für Menschen und Tiere, wenn Brunnen und Tümpel ausgetrocknet sind. REGEN UND LEBEN gehören für die Menschen in Dürregebieten untrennbar zusammen.

Eine Sache der Mädchen
„Meine Schwester und ich gehen in der Früh eine Stunde bis zur öffentlichen Wasserstation. Dort warten wir viele Stunden, bis wir an der Reihe sind, um unsere Kanister zu füllen und zu zahlen. Das machen wir alle drei Tage. Manchmal gehen wir nicht, weil unsere Mutter kein Geld mehr hat. Dann haben wir nichts zu trinken, so wie wir nichts zu essen haben.“
Die beiden Schwestern sind 11 und 13 Jahre alt. In den meisten Familien sind es die Mädchen, die fürs Wasserholen zuständig sind. Die Mütter bleiben bei den kleinen Kindern zu Hause oder sie sammeln Feuerholz. Die Männer und Buben sind mit den Herden unterwegs. Sie werden erst nach einigen Monaten heimkehren, denn sie sind nomadische Hirten und es ist gerade Trockenzeit.

Regen und Leben – Wasser für Hirtenfamilien in Arda Olla

Frau mit Baby an Strauch
Menschen vor den Gebeinen ihrer Tiere
Herden auf Wanderung
Frauen und Kind hinter Wasserkanister
Mädchen am Weg zu Trinkwasser
Wasserrückhaltebecken wird vermessen
Männer am gefüllten Wasserrückhaltebecken
Frauen und Mann am Wasserbrunnen
Mädchen trägt Wasserkanister am Rücken
Frau mit Kindern geht durch ausgetrocknetes Gebiet
Frau melkt Kuh
Frauen mit Eseln am Brunnen
Frau mit Baby an Strauch Menschen vor den Gebeinen ihrer Tiere Herden auf Wanderung Frauen und Kind hinter Wasserkanister Mädchen am Weg zu Trinkwasser Wasserrückhaltebecken wird vermessen Männer am gefüllten Wasserrückhaltebecken Frauen und Mann am Wasserbrunnen Mädchen trägt Wasserkanister am Rücken Frau mit Kindern geht durch ausgetrocknetes Gebiet Frau melkt Kuh Frauen mit Eseln am Brunnen

Genug Regen wenn er fällt
Der Süden Äthiopiens bietet den hier lebenden Menschen eine sehr unsichere Lebensgrundlage. Die Niederschlagsmenge ist in normalen Jahren mit 400 bis 600 Millimetern nicht so schlecht. Die große Regenzeit ist zwischen März und Mai, die kleine zwischen September und November. Aber der Regen kommt immer unregelmäßiger und bleibt manchmal ganz aus.
Während der Dürre der Jahre 2010 und 2011 verloren die Familien viele Tiere, manche sogar ihre ganze Herde. Noch bevor sich Menschen und Tiere von der Krise erholt hatten, kam 2014 die nächste Katastrophe. Nach zu häufigen Dürren erholt sich die Natur nur langsam, Erosion setzt ein, Weideflächen werden spärlicher.
Die Hirten müssen daher auf ihren Wanderungen ihre Herden, meist Rinder, in immer entferntere Gegenden treiben. Dabei kommt es oft zu heftigen Auseinandersetzungen mit den Bewohnern und Bauern der dortigen Dörfer, die zwar mehr Weideflächen und Wasser, aber nicht unbedingt einen Überfluss haben.

Mais und Tee, aber nicht jeden Tag
Der Leiter des Projekts ergänzt den Bericht der oben zitierten Schwestern:
„Die beiden Mädchen schleppen alle drei Tage 100 Liter Wasser zum Trinken, Kochen, Waschen und zur Körperpflege nach Hause. Sie haben dafür umgerechnet 1,50 Euro bei der Pumpstation bezahlt. Durch den Verkauf von Feuerholz oder Holzkohle hat die Mutter das Geld aufgetrieben, das auch für den Ankauf von Lebensmitteln reichen muss. Die Mahlzeiten bestehen meist aus gekochtem Mais und starkem Tee. Manchmal werden ein oder zwei Fasttage eingeschoben. Wenn die Männer die Herden durchgebracht haben und zurückkommen, geht es besser. Da gibt es Milch, und wenn ein Tier geschlachtet wird, auch Fleisch sowie Häute, Hörner und Knochen, die verwendet werden. Vor allem bringt der Verkauf von einzelnen Tieren Geld. Die Tiere sind der einzige Reichtum einer Familie.“

Ein Rückhaltebecken mit Regenwasser
Aus dem Erdreich ausgehobene Becken, die sich in der Regenzeit füllen, sichern bereits in anderen Gebieten Afrikas die Wasserversorgung und damit das Überleben von Menschen und ihren Tieren während der jährlichen Trockenmonate und in Zeiten der Dürre.
Dieses Projekt soll das nun auch in Arda-Olla ermöglichen – für Menschen, die nie wissen, wie und ob sie das Jahr überstehen werden.
Das Wasserrückhaltebecken, in der Landessprache Haro genannt, dieses Projekts (welches wir finanziell unterstützen) wird für die Bewohnerinnen und Bewohner von Arda-Olla errichtet. Im Dorf selbst und in mehreren Nebensiedlungen leben 823 Familien, etwa 5.500 Menschen. Als Standort wurde eine Geländesenke mit einem leichten Gefälle gewählt, damit Wasser aus einem größeren Umkreis zufließen kann. Das stellt sicher, dass sich das Becken auch in niederschlagsarmen Jahren füllt. Das Becken hat eine Ausdehnung von 100 mal 90 Metern und ist 3 Meter tief. Von dem gesammelten Wasser werden in den Trockenmonaten je etwa 10 Prozent verdunsten und versickern, der Rest steht den Familien zur Verfügung. Zusätzlich wird auf dem Gelände ein mit einem Sandfilter versehener 10.000-Liter-Tank errichtet, der mittels einer solar- oder dieselbetriebenen Motorpumpe gefüllt wird und aus dem dann das Trinkwasser entnommen wird. Aus einer Tränke neben dem Becken kann das Vieh mit Wasser versorgt werden.

Wasser und noch viel mehr
Die Sicherung der Wasserversorgung während der Trockenmonate soll langfristig auch zu einer allgemeinen Verbesserung der Lebensbedingungen der Hirtenfamilien führen:
Mehr Wasser. Derzeit haben die Familien maximal 5 Liter pro Person und Tag für alle Bedürfnisse zu Verfügung. Nach internationalen Standards für dieses Gebiet sollten es mindestens 15 Liter sein.
Mehr Gesundheit. Mehr und gefiltertes Wasser verringert die Gefahr von Krankheiten.
Mehr Essen. Da die Familien kein Wasser mehr kaufen müssen, bleibt mehr Geld für Lebensmittel, Medikamente und die Dinge des täglichen Bedarfs.
Mehr Zeit. Derzeit legt jedes wasserholende Familienmitglied durchschnittlich 5 km zurück. Mit einem Becken im Dorf sind es weniger als 1,5 km.
Mehr Schule. Kinder werden nicht mehr vom Schulbesuch abgehalten, wenn das Wasserholen nicht ganze Tage beansprucht.
Mehr Familie. Mehr Wasser auch für die Tiere verkürzt die jährlichen Wanderungen mit den Herden.
Mehr Zukunft. Menschen, deren Existenz besser abgesichert ist und die nicht mehr hungern, haben mehr Möglichkeiten, sich für weitere Entwicklungsmaßnahmen einzusetzen.

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unserer Projektpartner sichern die begleitenden Maßnahmen ab, die dank des Wasserrückhaltebeckens und der damit verbundenen Impulse im Gemeinschaftsleben der DorfbewohnerInnen möglich werden:
Aufforstung, Kampf gegen Abholzung und Erosion, Bildung von Gesundheitskomitees, Ausbildung von Veterinärhelfern, Latrinen und andere Hygienemaßnahmen, Trockenfeldbau, Konfliktprävention bei den Wanderungen der Hirten.

Fotos: © Misereor, IDURUS Development and Welfare Association (Da wir die sozialen Projekte nicht selbst betreuen und besuchen, ist der Projektträger die Quelle und Eigentümer der Fotos)
Projektbeschreibung: © Entwicklungshilfeklub
KAFFEELAND HAINISCH in Zusammenarbeit mit Entwicklungshilfeklub, Misereor, IDURUS Development and Welfare Association (Durchführung im Einsatzgebiet)

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Neuanfang in der Fremde (Uganda / OXFAM)

Unterstützung für Flüchtlinge aus dem Südsudan

Der Bürgerkrieg im Südsudan vertrieb immer mehr Menschen aus ihrer Heimat. Uganda nahm die Flüchtlinge mit offenen Armen auf und bietet ihnen im Flüchtlingscamp Bidi Bidi ein Zuhause auf Zeit.

Der Bürgerkrieg im Südsudan von 2013 bis 2018 zwang viele Familien ihre Heimat zu verlassen und Zuflucht in einem der Nachbarländer zu suchen. Mehr als eine Million Menschen sind vor Bürgerkrieg und Hunger aus ihrer Heimat Südsudan in das Nachbarland Uganda geflohen, das die Schutzsuchenden mit offenen Armen empfing. Um die Flüchtlingsströme zu bewältigen, hatte die Regierung im Grenzgebiet der Region Yumbe ein großes Areal bereit gestellt: hier entstand das Flüchtlingscamp Bidi Bidi. Ursprünglich für 100.000 Menschen konzipiert, ist Bidi Bidi das Zuhause für mehr als 272.000 Menschen geworden.

Neuanfang in der Fremde

Ausgabe von Saatgut
auf der Liste nach Familie und Freunden suchen
wartende Flüchtlinge
Wasserstelle
trocknende Lehmziegel
Mädchen auf Stuhl sitzend
Frau mit Kindern
Frau mit Kind in Flüchtlingslager
Flüchtlingsstrom
Ausgabe von Saatgut auf der Liste nach Familie und Freunden suchen wartende Flüchtlinge Wasserstelle trocknende Lehmziegel Mädchen auf Stuhl sitzend Frau mit Kindern Frau mit Kind in Flüchtlingslager Flüchtlingsstrom

Bei ihrer Ankunft wurden die Flüchtlinge registriert und medizinisch versorgt. Jeder Familie wurde ein etwa 30 x 30 m großes Stück Land zugeteilt und Material zur Errichtung einer Notunterkunft zur Verfügung gestellt. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen stellte für den Anfang Lebensmittel zur Verfügung. Doch die Familien brauchten dringend Unterstützung, um nach diesen ersten Wochen ihr Leben neu aufzubauen.

Wie lange werden wir warten müssen? Wird unsere Familie jemals wieder vereint sein? Werden unsere Kinder einmal wissen, was Frieden ist? Diese Fragen sind kaum zu beantworten. Sicher ist, dass es Jahre dauern wird, bis eine Rückkehr möglich sein wird.

Sicher war auch, dass die Flüchtlinge tatkräftige Unterstützung brauchen, um den Einstieg in ihr neues Leben rasch zu bewältigen: Werkzeug für die Bearbeitung des Bodens, Saatgut und Setzlinge, um etwas anbauen zu können, Material für die Herstellung von Lehmziegeln zur Errichtung von Unterkünften und Latrinen.

Dafür wurden wir von unseren Partner-Organisationen Oxfam und Entwicklungshilfeklub um Mithilfe gebeten. Wir haben das notwendige Werkzeug für die Bearbeitung des Bodens, Saatgut und Setzlinge und das Material zur Herstellung von Lehmziegeln zur Errichtung eines Hauses für 15 Familien zur Verfügung gestellt und hoffen das damit der Neuanfang in der Fremde gelang.

Fotos: © Oxfam (Da wir die sozialen Projekte nicht selbst betreuen und besuchen, ist der Projektträger die Quelle und Eigentümer der Fotos)
Projektbeschreibung: © Entwicklungshilfeklub
KAFFEELAND HAINISCH in Zusammenarbeit mit Entwicklungshilfeklub und Oxfam Uganda (Durchführung im Einsatzgebiet)

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Unsere Kaffeebauern: Bukonzo Joint Co-operative Union in Uganda

Bukonzo Joint Co-operative Union

Die Bukonzo Joint Co-operative Union ist eine Genossenschaft, die ihren Mitgliedern — 83 Prozent Frauen — gehört, die derzeit 5.500 kleine Bauernhöfe in der Region des Rwenzori-Gebirges im Westen Ugandas betreiben, wo sie hochwertigen, biologisch angebauten, handverlesenen Kaffee anbauen.

Die Bukonzo Joint hat ihren Hauptsitz im Stadtteil Kasese in Kyarumba. Zu ihren Aktivitäten in den Bezirken Kyarumba, Kyondo, Kisinga, Katwe, Maliba und Mahango gehören

  • die Vermarktung des Bio-Kaffees der Bauern
  • Mikrofinanzierungen, wie die Bereitstellung von Agrarkrediten und Darlehen an Mitglieder
  • die Ausbildung der Mitglieder und die Entwicklung deren Fähigkeiten.

Zur Umsetzung der Projekte beschäftigt die Bukonzo Joint 29 hauptamtliche Mitarbeiter, 140 Teilzeitkräfte und 14 Ausbildungsbeamte.

Die Geschichte der Kooperative

Die Bukonzo Joint wurde 1999 gegründet, um die vielen verarmten, aufgrund des Krieges zerstörten und geografisch isolierten Familien der Bauerngemeinden im Kreis Bukonzo zu unterstützen. Im Mittelpunkt der Tätigkeit der Genossenschaft stehen nachhaltige Finanz- und Kapazitätsaufbauleistungen für wirtschaftlich Benachteiligte. Die Bukonzo Joint setzt sich dafür ein, den Lebensstandard der armen Landbevölkerung zu verbessern und sicherzustellen, dass sie aktiv an der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Entwicklung des Kreises Bukonzo teilhaben können. Ausgehend von ursprünglich elf Mitgliedsgruppen ist die Genossenschaft auf 72 Gruppen angewachsen.

Die Aktivitäten der Bukonzo Joint werden von ihren Mitgliedern, von den Mikrofinanzierungserlösen und von Hilfsorganisationen, die die Ausbildungs-und Entwicklungsbemühungen der Genossenschaft unterstützen, finanziert.

Bukonzo Joint Cooperative Union

Kind neben Korb mit Kaffeekirschen
Lehmziegelherstellung
Frauen mit Lasten
Frau am Acker
Mountains of the moon
junge Kaffeepflanzen
Bauarbeiten der washing station
Straßenbau
Nebel über dem Hochland
Training in der Bukonzo Joint
eine Brücke
Mitglieder der Bukonzo Joint
Kind neben Korb mit Kaffeekirschen Lehmziegelherstellung Frauen mit Lasten Frau am Acker Mountains of the moon junge Kaffeepflanzen Bauarbeiten der washing station Straßenbau Nebel über dem Hochland Training in der Bukonzo Joint eine Brücke Mitglieder der Bukonzo Joint

Der Kaffee der Bukonzo Joint

Wir haben dem Kaffee der Bukonzo Joint den Namen „Mountains of the moon“ gegeben. Bewässert von Gletscherströmen gedeiht der Kaffee an den Hängen des schneebedeckten Rwenzori-Gebirges (den „Mountains of the moon“) im Westen Ugandas. Dort sind die Bedingungen perfekt, um besten Kaffee anzubauen. Und der Kaffee der Bukonzo Joint zählt zu den Besten Kaffees aus Uganda – bei der Uganda´s Taste of Harvest Coffee Competition erhielt die Bukonzo Joint Co-operative eine Bewertung von 84,21 (nach SCAA cupping protocol).

Die Bukonzo Joint ist USDA-Bio, EU-Bio und US Fair Trade zertifiziert. Derzeit wird der Kaffee größtenteils in die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Italien, Südafrika und Japan exportiert.

  • Region: Kasese (Uganda)
  • Aufbereitung: gewaschen, sonnengetrocknet
  • Varietät: Nyasaland, SL 14, SL 28
  • Anbauhöhe: 1.400 m – 2.200m
  • Erntezeit: September-Dezember und Februar – Mai
  • Erntemethode: von Hand geerntet
  • Zertifizierungen: 100% Organic (BIO), FLO (Fairtrade)

Fotos: © Bukonzo Joint Co-operative Union
Projektbeschreibung: © Bukonzo Joint Co-operative Union

Unser Kaffee der Bukonzo Joint: Mountains of the moon

zum Projekt Gender Education der Bukonzo Joint

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mehr zu den Kaffeebauern der Kooperative

Stärkung von Frauen und Geschlechtergerechtigkeit (Uganda / OXFAM NOVIB)

Es freut uns, ein Projekt, welches uns sehr beeindruckt hat, hier vorstellen zu können. Auf der Suche nach besonderen Kaffees sind wir 2013 auf den Kaffee der Bukonzo Joint Co-operative Union gestoßen. Im Zuge der Kontaktaufnahme mit der Kooperative durften wir eine Projektmitarbeiterin kennenlernen, die uns mit Fotos und Informationen rund um das hier mit den Worten der Bukonzo Joint Co-operative Union kurz beschriebene „Gender Education“ Projekt versorgt hat.

Bukonzo Joint Co-operative Union: „Women’s Empowerment and Gender Justice“

Wir glauben, dass wir nur dann, wenn Frauen ein gleichberechtigtes Mitspracherecht in Haushalten, Entscheidungen und Finanzplanung haben, die Ursachen der Armut bekämpfen können. Unsere Männer und Frauen setzen sich zusammen, um praktische Wege zu finden, um unser Leben gemeinsam aufzubauen.

Über 83% unserer Mitglieder und 55% unseres Vorstandes sind Frauen. Wir sind stolz auf den internationalen Ruf, den wir für unsere Arbeit in ländlichen Gemeinden im Bereich der Geschlechtergerechtigkeit gewonnen haben. Wir arbeiten mit anderen Genossenschaften in ganz Ostafrika zusammen, um sie in unserem Ansatz wie bspw. „Women’s Empowerment Mainstreaming and Networking“ (WEMAN) und „Gender Action Learning Systems“ (GALS) zu schulen.

Der GALS-Prozess hat dazu geführt, dass 67% unserer verheirateten landwirtschaftlichen Haushalte gemeinsame Namen auf Dokumente für die Kaffeezertifizierung haben. Diese Zunahme des weiblichen Eigentums hat auch den weiblichen Landbesitz in unserer Region erhöht, was zu erheblichen Veränderungen in der Entscheidungsfindung und Arbeitsteilung im Haushalt geführt hat.

Im Oktober 2013 finanzierte Hivos die GALS-Trainer von Bukonzo Joint, um tansanischen Kaffeegenossenschaften über die Methodik zur Förderung der Geschlechtergerechtigkeit in der gesamten Wertschöpfungskette des Kaffees zu unterrichten.

Der Dokumentarfilm „Balanced Trees Bear Richer Fruit“ geht auf diesen Aspekt der Wertschöpfungskette des Kaffees in Uganda ein.


Balanced Trees Bear Richer Fruit, Uganda (part 1; Oxfam Novib, WEMAN, IFAD)

Die Bukonzo Joint ist eine im Besitz ihrer Mitglieder (83% Frauen) befindliche Kooperative, welche derzeit 5.500 kleine Bauernhöfe in der Region Rwenzori Gebirge im westlichen Uganda umfasst. Sie hat Ihren Ursprung in der ländlichen Mikrofinanzierung zur Verbesserung der Perspektiven von landwirtschaftlichen Familien in Uganda. Heute umfasst die Kooperative auch die Produktion von qualitativ hochwertigem, organisch angebautem und handverlesenem Kaffee, welcher auch im KAFFEELAND erhältlich ist. 

Ausgangspunkt der Entwicklung der Bukonzo Joint ist neben der ländlichen Mikrofinanzierung ein äußerst fortschrittliches Gender Education Projekt. Aus diesem Grund erhält diese Kooperative auch hier einen besonderen Platz.

Einer der Gründe, warum wir glauben, dass die Bukonzo Joint so erfolgreich ist, ist die Verwendung der integrativen Methodik, die GALS (für Gender Action Learning Systems) genannt wird. GALS ist eine gemeinschaftsorientierte Empowerment-Methodik mit spezifischen partizipativen Prozessen und Tools, welche sowohl Frauen als auch Männern mehr Verständnis und Kontrolle über ihre Lebensweise gibt und somit die Grundlage für die persönliche, partnerschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung schafft. GALS versteht sich nicht nur als reine „Methodik für Frauen“, sondern vielmehr als eine Mainstream-Methodik für Frauen und Männer, die sich mit Genderfragen beschäftigt, welche Einfluss auf die Wirksamkeit jeder Entwicklung (einschließlich der Kaffeeproduktion) haben. GALS wird in der Bukonzo Joint in sämtlichen Bereichen angewendet, um eine gleichberechtigte Teilnahme von Männern und Frauen an der Kaffee-Wertschöpfungskette zu gewährleisten. GALS beginnt in der Entscheidungsfindung im Haushalt und reicht bis in die Kooperativenebene hinein.

Die daraus entstandene positive Entwicklung lässt sich auch sehr gut an der Kaffee-Wertschöpfungskette der Bukonzo Joint erkennen. So sind in den letzten Jahren neben der qualitativen und quantitativen Steigerung der Kaffeeernte auch deutliche Fortschritte in der Infrastruktur (wie Gesundheitsversorgung, Errichtung von elektrischen Leitungen, Straßen-, Brücken- und Bewässerungssystemebau, Errichtung von Washingstations und Lagerkapazitäten und der gemeinsamen Vermarktung der Produkte) erkennbar.

Die bei der Joint Bukonzo gewonnen Erfahrungen der Entwicklung einer landwirtschaftlichen Kooperative durch die Verwendung von GALS sollen nun auch in anderen Kooperativen in Afrika genutzt werden.

Fotos: © Bukonzo Joint Co-operative Union
Projektbeschreibung: © Bukonzo Joint Co-operative Union
Film: © OXFAM NOVIB

Unser Kaffee der Bukonzo Joint Co-operative Union: Mountains of the moon

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Zukunft ohne Hunger für Bauernfamilien in Oromia (Äthiopien / Caritas)

Für Mesaret ist das Gegacker in ihrem Hinterhof Musik in den Ohren. Nie hätte sie sich gedacht, dass sie einmal ein eigenes Einkommen haben wird. Mit den vier Hühnern, dem Hahn und dem Hausgarten kann sie ihren Kindern genug zum Essen geben und in ihrer Spargruppe auch noch etwas Geld beiseitelegen. Mesaret hat die Hühner über das Caritas-Programm „Schenken mit Sinn“ erhalten.

Zweimal am Tag lässt Mesaret ihre Hühner ins Freie. Ansonsten sind die Tiere im Gehege, das die junge Frau eigens im Garten errichtet hat. Für Mesaret und ihre Familie sind die Hühner ein wahrer Segen. Ihr Mann hat das Dorf vor zwei Jahren auf der Suche nach Arbeit verlassen und ist nicht mehr zurückgekommen. Seither ist die Familie auf sich allein gestellt. Als Tagelöhnerin verdiente Mesaret oft nicht genug, um ihren Kindern genug zum Essen zu geben.

Diese Sorge muss sie jetzt nicht mehr haben: Jede von Masarets Hennen legt bis zu 300 Eier im Jahr. Das sind genug, um die Familie satt zu machen und einen Teil auf dem Markt zu verkaufen. Mit dem Geld kann Mesaret andere Lebensmittel kaufen und sogar die Schuluniformen bezahlen, was früher kaum möglich war. Manchmal bleibt sogar etwas Geld übrig. Das legt sie in ihrer Spargruppe für schwierige Zeiten beiseite.

Mesaret ist eine von 200 Frauen in Äthiopien, die über das McAnthony-Center der Caritas Meki die Chance auf ein eigenes Einkommen bekommen. Das Zentrum wurde im Gedenken an den gleichnamigen Südtiroler Musiker aufgebaut und unterstützt Frauen auf ihrem Weg aus der Armut heraus in ein selbstständiges Leben. Der erste Schritt dabei ist die Mitgliedschaft in einer Spargruppe, in der sich die Frauen gegenseitig helfen. Sie erhalten dort auch Schulungen im Kompostieren, im Anlegen eines eigenen Hausgartens, und Starthilfen zum Aufbau einer Existenzgrundlage.huhn-00

Insgesamt 50 Frauen, darunter auch Mesaret, haben sich für die Hühnerzucht entschieden. Dazu haben sie im McAnthony-Center gelernt, wie sie die Hühner richtig halten können. Als Starthilfe haben sie vier Hennen, einen Hahn und 20 Kilogramm Kraftfutter erhalten. Den Hühnerstall in ihrem Garten hat Mesaret selbst gebaut. Die Caritas-Mitarbeiter haben ihr gezeigt, wie das geht. Mesaret weiß inzwischen auch, wie sie Mais in ihrem Hausgarten anpflanzen kann. Diesen verfüttert sie jetzt an ihre kleine Hühnerschar.

Gegacker im Hinterhof einiger Bauernfamilien in Oromia

Huhn auf der Wiese
Kücken in der Hand
Hühner im Haus
Mesaret mit Huhn
Frauen mit ihren Hühnern
Hühner bei Wassertrog
Huhn mit Kücken
Kücken vor Geflecht
Huhn auf der Wiese Kücken in der Hand Hühner im Haus Mesaret mit Huhn Frauen mit ihren Hühnern Hühner bei Wassertrog Huhn mit Kücken Kücken vor Geflecht

An 10 Bauernfamilien wurden jeweils 4 Hühner und ein Hahn aus dem KAFFEELAND übergeben. Die Familien wurden auch in der Haltung und Pflege der Hühner geschult. Für viele sehr arme Haushalte in Äthiopien die keinerlei Land besitzen, ist ein Huhn bereits ein Luxus. Dank der zugeteilten Hühner vergrößert sich die Hühnerschar der Familien innerhalb von wenigen Monaten. Einmal im Monat gehen sie dann auf den Markt und verkaufen dort ein bis zwei ihrer Hühner. Mit dem Erlös können sie für sich und ihre Kinder das Nötigste einkaufen: Mehl, Öl und ein wenig Salz und Zucker. Die Eier ergänzen jetzt zudem ihre Ernährung und sie können bei den Nachbarinnen gegen andere Hilfsgüter eingetauscht werden.

Fotos: © Caritas (Da wir die sozialen Projekte nicht selbst betreuen und besuchen, ist der Projektträger die Quelle und Eigentümer der Fotos)
Projektbeschreibung: © Caritas Südtirol

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Trinkwasser für Awa-Familien in Nariño (Kolumbien / Fundación Desarrollo Democracia y Paz)

Klar wie Wasser – Nutzung von Regenwasser für Awa-Familien

Viele Familien der indigenen Awa in Kolumbien mussten ihr Haus und ihr Dorf verlassen. Sie flohen vor dem Terror der bewaffneten Truppen, die auf ihrem angestammten Land einen Krieg führen, der nicht der ihre ist. Zwar haben sie Sicherheit in einer anderen Gemeinde gefunden. Doch der Kampf ums Überleben geht weiter: gegen Parasiten, Infektionen und Krankheiten, die von verschmutztem Wasser verursacht werden.

Nur drei Dinge benötigen die Familien für ausreichend sauberes Wasser zum täglichen Gebrauch: eine Dachrinne zum Ableiten von Regenwasser, eine Tonne zum Sammeln und einen Filter zum Reinigen. So KLAR WIE WASSER sind diese Dinge, die es den Familien ermöglichen, Regenwasser direkt in ihren Häusern nutzbar zu machen. So können sie überleben und ihre Gesundheit bewahren.

Verängstigt und vertrieben
„Wir haben vor Angst gezittert und uns in unseren Häusern und im Wald vor den bewaffneten Truppen versteckt. Doch der Wald ist gefährlich wegen der Landminen. Um der ständigen Angst zu entkommen, mussten wir unser Heim verlassen und haben Zuflucht in einer anderen Gemeinde gesucht. Hier sind wir jetzt in Sicherheit, aber es fehlt uns an allem: an Nahrung, an Unterkünften und vor allem an sauberem Wasser. Das verschmutzte Wasser macht uns und unsere Kinder krank“, erzählt Yolanda Ramirez ihre Leidensgeschichte. Sie gehört zum Volk der Awa, durch deren angestammtes Land die Grenze zwischen Kolumbien und Ecuador verläuft. Auf der kolumbianischen Seite im Departamento Nariño leben ungefähr 25.000 Awa im tropisch bewaldeten Hügelland. Einige der Awa-Gemeinden liegen weit ab und sind nur durch tagelange Fußmärsche oder Bootsfahrten zu erreichen.

Klar wie Wasser – Nutzung von Regenwasser für Awa-Familien

Awa-Dorf
Awa vor einem Haus
Bach
Awa auf Bänken sitzend
Awa-Kinder schauen aus einem Haus
Anlieferung der Regentonnen
Aufstellen der Tonnen
Frau wascht sich die Hand
Einschulung der Awa
Naturschutzschulung
Gemeindehaus
Mädchen neben Wassertonne
Awa-Dorf Awa vor einem Haus Bach Awa auf Bänken sitzend Awa-Kinder schauen aus einem Haus Anlieferung der Regentonnen Aufstellen der Tonnen Frau wascht sich die Hand Einschulung der Awa Naturschutzschulung Gemeindehaus Mädchen neben Wassertonne

Schutzlos
Die Bewohner und Bewohnerinnen dieser entlegenen Dörfer sind massiv der Willkür von bewaffneten Truppen ausgesetzt. Denn der Lebensraum der Awa befindet sich inmitten eines Kriegsschauplatzes. Der seit mehr als 50 Jahren andauernde bewaffnete Konflikt zwischen Guerilla, Paramilitär und Militär wurde einst aus politischen Gründen geführt. Längst ist er jedoch zum Drogenkrieg geworden. Die strategische Lage an der Grenze schürt den illegalen Waffen- und Drogenhandel. Das Land der Awa wurde militarisiert und ihre Menschenrechte wurden durch Zwangsumsiedlung, Folter und Mord massiv verletzt.

Ein Platz zum Bleiben?
Weil die Familien der abgelegenen Dörfern den bewaffneten Truppen schutzlos ausgeliefert sind, suchen viele von ihnen in besser erschlossenen Awa-Gemeinden Schutz. Diesen fällt es jedoch nicht immer leicht, die Familien aufzunehmen. „Es gibt kaum einen Platz, wo sie bleiben, pflanzen und ernten können. Sie haben nichts zu essen und in ihr Dorf können sie nicht zurückkehren, weil es nicht sicher ist. Das Schlimmste ist der Mangel an sauberem Wasser. Auch hier wird gekämpft – gegen Parasiten, Durchfall und Hautkrankheiten“, schildert Sigifred Narvaes, ein Dorfvorsteher, die heikle Situation. Wasser gibt es genug in dem tropischen Gebiet. Aber die Flussläufe sind aufgrund der Abholzung für das Anlegen von Palmölplantagen, der für den Goldabbau verwendeten Chemikalien sowie des Einsatzes von Schädlingsbekämpfungsmitteln stark verschmutzt. Nicht zuletzt tragen auch die unsachgemäße Müllentsorgung und fehlende Sanitäranlagen zur Verunreinigung bei.

Wunden heilen
So ausweglos die Situation für die geflohenen Familien scheint, irgendwie schaffen sie es doch. Sie finden ein kleines Stück Land, auf dem sie ihre Unterkunft errichten und Mais, Bananen und Yucca anbauen. Sigifred Narvaes: „Wir müssen zusammenhalten, nur so können wir überleben. Und wir werden auch einen Weg finden, um genug Wasser für alle zu haben. Wasser reinigt und heilt unsere Wunden. Jede Familie, die zu uns kommt, gleicht einer offenen Wunde in der Gemeinschaft der Awa, die wir heilen werden.“

Schutz finden
Unsere Partner-Organisation Oxfam arbeitet seit 1982 in Kolumbien. Seit einigen Jahren liegt der Schwerpunkt ihrer Arbeit auf der Versorgung ländlicher Gemeinden mit sauberem Wasser. Wir wollen mit diesem Projekt zur Unterstützung jener Awa-Gemeinden beitragen, die als Zuflucht für Familien dienen, die vor dem bewaffneten Konflikt fliehen mussten. Sauberes Wasser ist essenziell, um den Menschen zu helfen, sich zu schützen und das Überleben aller zu sichern. Wenn den Familien ausreichend Wasser zur Verfügung steht, können auch von Parasiten verursachte Krankheiten und Infektionen vermieden werden.

Wie Wasser, so klar
„Wir haben eine Kampagne gestartet, die in ganz Kolumbien läuft. Sie soll darauf aufmerksam machen, dass 87 Prozent der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Wasser haben. Wir setzen uns dafür ein, dass der Staat seiner Verantwortung auch in den ländlichen Gebieten nachkommt. Die Kampagne heißt Claro como el agua, ‘So klar wie Wasser’, weil das Recht auf Wasser genauso klar sein sollte“, erklärt Alexander Torres, Projektleiter von Oxfam.

Den Regen nutzen
Regen fällt im tropischen Waldgebiet mehr als genug. Um den täglichen Bedarf an Trinkwasser, zum Waschen sowie zum Gießen des Hausgartens zu decken, soll es den Menschen in acht Gemeinden der Bezirke Ricaurte, Barbacoas und Tumaco ermöglicht werden, das Regenwasser direkt in ihren Haushalten zu nutzen. Dazu müssen die Häuser mit Folgendem ausgerüstet werden:
– Dachrinne und Fallrohr zur Sammlung des Regenwassers,
– einer 500-Liter-Tonne zur Aufbewahrung und
– einem Filter aus Ton zur Reinigung des Wassers.
Die Familien werden in der Handhabung und Wartung der Filter sowie des Regenwassersystems geschult, damit diese so lang wie möglich einsatzfähig bleiben. Sie werden auch über wesentliche Hygienemaßnahmen aufgeklärt, wobei es hauptsächlich um eine gesundheitsfördernde Körperhygiene geht.
Auch der Schutz der Natur spielt bei den Schulungen eine wichtige Rolle. Denn die Bewohnerinnen und Bewohner selbst können mit einfachen Maßnahmen und Mitteln zur Sauberhaltung der Gewässer beitragen und so ihre Gesundheit erhalten: richtige Müllentsorgung, Aufforstung von Ufergebieten …

Das Recht auf Frieden, Gesundheit und sauberes Wasser, sollte so Klar wie Wasser selbst sein. Deshalb wollen wir die Awa-Familien dabei unterstützen, in Sicherheit zu leben.

Fotos: © Oxfam, Fundación Desarrollo Democracia y Paz (Da wir die sozialen Projekte nicht selbst betreuen und besuchen, ist der Projektträger die Quelle und Eigentümer der Fotos)
Projektbeschreibung: © Entwicklungshilfeklub
KAFFEELAND HAINISCH in Zusammenarbeit mit Entwicklungshilfeklub, Oxfam und Fundación Desarrollo Democracia y Paz (Durchführung im Einsatzgebiet)

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Über den Horizont – Straßenkinder in Recife (Brasilien / Ruas e Praças)

Über den Horizont – Unterstützung von Straßenkindern und ihren Familien

Die Kinder, die in den Armuts- und Elendsvierteln von Recife aufwachsen, haben nicht viele Chancen: Entweder sie werden auf die Straße geschickt, um etwas Geld für ihre Familien zu erbetteln. Oder die Enge und die Gewalt in den eigenen vier Wänden treibt sie in ein Leben auf der Straße. Dort fristen sie dann ein Dasein zwischen Drogen, Angst, Kriminalität und Prostitution.

Die Familienmitglieder der Straßenkinder bleiben häufig, trotz aller Probleme, ihre wichtigsten Bezugspersonen und viele wünschen sich, wieder bei ihnen leben zu können. Behutsame Begleitung sowohl der Straßenkinder als auch ihrer Familien ist notwendig, um das zu ermöglichen. Professionelle Betreuung soll den Kindern helfen, ÜBER DEN HORIZONT ihres Daseins auf der Straße hinaus zu sehen und neue Lebensperspektiven zu entwickeln.

Dunkle Schatten auf der Seele
„Auf der Straße ist das Leben immer ein Karussell. Es hört nicht auf sich zu drehen. Ob ich nun hier lebe oder sterbe, es gibt keine Zeit für ein Anhalten. Ich habe Freunde und fühle mich einsam. Wir teilen das Essen, aber manchmal kämpfen wir auch darum. Hin und wieder denke ich an zu Hause, an meine Mutter. Aber nicht oft, denn das macht mich traurig.“
Adelinda verbrachte den Großteil ihrer 15 Lebensjahre auf den Straßen von Recife. Als sie sechs war, nahmen sie ihre älteren Geschwister zum Betteln mit. Sie schlief nur noch selten zu Hause, schnüffelte Klebstoff und mit zehn wurde sie wegen Diebstahls verhaftet. Wieder daheim, fing ihr neuer Stiefvater an sie zu schlagen, wenn er betrunken war. Eines Tages folgte sie ihrer Cousine an den Strand und fremden Männern in dunkle Schatten.

Über den Horizont – Straßenkinder und ihre Familien in Recife

Armutsviertel vor der Skyline von Recife
Gasse im Armutsviertel
Frau mit Kindern in der Tür
Mädchen auf der Straße
schlafender Straßenjunge
Kinde in Ruas e Praças
Sozialarbeiterin besucht Wohnung im Armutsviertel
Ruas e Pracas auf der Suche nach Familie
Sozialarbeiterin im Gespräch mit Mädchen
Mädchen sitzend
Jungs fußballspielend
ehemalige Straßenkinder
Armutsviertel vor der Skyline von Recife Gasse im Armutsviertel Frau mit Kindern in der Tür Mädchen auf der Straße schlafender Straßenjunge Kinde in Ruas e Praças Sozialarbeiterin besucht Wohnung im Armutsviertel Ruas e Pracas auf der Suche nach Familie Sozialarbeiterin im Gespräch mit Mädchen Mädchen sitzend Jungs fußballspielend ehemalige Straßenkinder

Kein Platz
Schicksale wie dieses sind in Brasilien kein Einzelfall. In den Großstädten gibt es eine Vielzahl von Kindern, die hauptsächlich auf der Straße aufwachsen. In der Küstenstadt Recife leben 1,5 Millionen Menschen in 94 Stadtvierteln. 73 davon sind sogenannte Favelas, Armen- und Elendsviertel. Zwischen den Hütten häufen sich Müllberge, es gibt keine Kanalisation, kein sauberes Wasser und oft auch keinen Strom. Die meisten hier kommen vom Land, wo sie von ihren Feldern vertrieben wurden oder sich in der Hoffnung auf ein besseres Leben in die Stadt aufmachten. Was sie erwartet ist Trostlosigkeit. Eine regelmäßige Arbeit zu finden ist schwer und oft wohnen bis zu zehn Personen in einem Haus, das kaum größer als 30 Quadratmeter ist. Wenn Kinder, Mütter, Väter, Großeltern, Tanten und Onkel … in einem Raum wohnen, ist das Alltagsleben alles andere als einfach.

Auf dem Karussell der Straße
„Meine Mutter schickt mich auf die Straße, um Geld für die Milch meiner kleinen Schwester zu erbetteln – mein Onkel, um Geld für Schnaps zu besorgen.“
So wie der 10-jährige Dinu werden viele Kinder von ihren Familien auf die Straße geschickt, um zum Einkommen beizutragen und landen früher oder später ganz auf der Straße. Oft fliehen die Kinder aber auch vor dem Elend zu Hause und um den Misshandlungen zu entkommen, die ihnen von den älteren Familienmitgliedern wegen Drogenmissbrauchs, Alkoholismus und Arbeitslosigkeit angetan werden. Auf der Straße sind sie jedoch den brutalen Revierkämpfen rivalisierender Banden, Polizeigewalt und gesellschaftlicher Ausgrenzung ausgesetzt. Sie betteln, waschen Autos oder müssen sich prostituieren, um zu überleben.

Vor der Straße bewahren
In Brasilien ist das soziale Ungleichgewicht so extrem, wie in kaum einem anderen Land. In den letzten zehn Jahren hat sich die Regierung zwar sehr bemüht, die Armut zu bekämpfen und einige Sozialprogramme ins Leben gerufen. Viele der bedürftigen Familien können diese Unterstützungen jedoch nicht beziehen, weil die Haushaltsvorstände, meist alleinerziehende Mütter, weder lesen noch schreiben können. Oder sie wissen nicht, an welcher Stelle sie dafür ansuchen müssen. Das führt dazu, dass die unter dem Existenzminimum lebenden Familien ihre Beihilfe nicht bekommen – jene finanzielle Unterstützung, die Kinder wie Dinu und Adelinda vielleicht vor dem harten Schicksal auf der Straße bewahrt hätte.

Nicht der Ort, sondern die Art
Claudio ist Sozialarbeiter bei der Organisation Ruas e Praças und selbst ehemaliges Straßenkind. Heute versucht er den Kindern auf der Straße das zu geben, was er damals selbst so dringend brauchte: eine Lebensperspektive.
„Ruas e Praças hat mir einen Weg gezeigt, eine neue Perspektive zu finden und aus meinem Milieu hinauszukommen – nicht, um von dem Ort wegzukommen an dem ich lebte, sondern vielmehr aus der Art, wie ich lebte. So lernte ich schließlich, über den viel zu engen Horizont meiner Lebensweise hinauszusehen.“
Ruas e Praças bedeutet „Straßen und Plätze“. Die Organisation wurde 1989 gegründet und seit den Anfängen von Misereor unterstützt. Die 14 MitarbeiterInnen kümmern sich in Recife um durchschnittlich 200 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 18 Jahren, die auf der Straße ihr Leben fristen.

Auf Straßen und Plätzen
Die Familie bleibt für viele Kinder und Jugendliche auf der Straße trotz allem der wichtigste Bezugspunkt und sie verspüren oft den Wunsch, wieder mit ihr zu leben. Die Organisation Ruas e Praças hat sich deshalb, neben der klassischen Sozialarbeit auf der Straße, vor allem auf die Familienbegleitung spezialisiert, damit die Familie wieder ein Ort der Geborgenheit werden kann. Ziel ist, die Bindung zwischen den Kindern und ihren Familien zu stärken und eine Rückkehr in diese zu ermöglichen, sofern die Voraussetzungen dafür gegeben sind.

Zum Wohl des Kinds
Die SozialarbeiterInnen bauen zuerst mit den Straßenkindern ein Vertrauensverhältnis auf. Wenn das Kind den Wunsch äußert, seine Familie wieder zu kontaktieren, versuchen sie diese ausfindig zu machen. Bei regelmäßigen Hausbesuchen bekommen die SozialarbeiterInnen Einblick in das familäre Leben und analysieren die Gründe, die zum Verlassen der Familie führten. Wenn notwendig werden die Familienmitglieder medizinisch und therapeutisch begleitet und betreut. Bei organisierten Aktivitäten und Ausflügen kommen sich die Familienmitglieder und die Kinder wieder näher und bauen neue Beziehungen auf. Die Familien und die Kinder werden in das Programm der Organisation eingebunden und nehmen an Kursen über gewaltfreie Erziehung, Drogen, Sexualität, Umgangsformen und Aufklärung teil sowie an Informationsveranstaltungen zu Themen wie Sozialleistungen und öffentliche Betreuungseinrichtungen. Die SozialarbeiterInnen helfen den Familien bei Behördengängen, der Beschaffung von notwendigen Dokumenten sowie der Antragstellung auf Beihilfen.

Diese professionelle Betreuung zum Wohl des Kindes soll den Kindern helfen, ÜBER DEN HORIZONT ihres Daseins auf der Straße hinaus zu sehen und neue Lebensperspektiven zu entwickeln. Wir haben Ruas e Praças finanziell bei der Umsetzung des Familienprogramms unterstützt, um Straßenkinder zu betreuen, zu begleiten sowie teilweise in ihre Herkunftsfamilien rückzuführen.

Fotos: © Misereor, Ruas e Praças (Da wir die sozialen Projekte nicht selbst betreuen und besuchen, ist der Projektträger die Quelle und Eigentümer der Fotos)
Projektbeschreibung: © Entwicklungshilfeklub
KAFFEELAND HAINISCH in Zusammenarbeit mit Entwicklungshilfeklub, Misereor und Ruas e Praças (Durchführung im Einsatzgebiet)

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Trinkwasser für Katalemwa (Uganda / 2aid.org)

Ein Flachbrunnen aus dem Kaffeeland versorgt die Katalemwa-Gemeinde mit frischem und sauberem Trinkwasser.

Die gesamte Gemeinschaft von Katalemwa nutzt die Kibugika Wasserstelle, um sich mit Trinkwasser zu versorgen. Kibugika ist ein offenes Wasserloch in Katalemwa im Bezirk Bwikara im Distrikt Kibale in Uganda. Dieses Wasserloch ist benannt nach Herrn Bugika – er hatte diese Wasserstelle gegraben. Bei ihr handelt es sich um eine permanente Wasserstelle, die auch in verlängerten Trockenperioden nicht austrocknet. Aber leider wurde das Wasser durch Abflüsse, herabfallende Blätter und trinkende Tiere immer wieder verunreinigt. Wilde Affen und streunende Haustiere wie Kühe verschmutzen das Wasser zusätzlich mit ihren Exkrementen. Die 385 Menschen in 55 Haushalten der Katalemwa Gemeinschaft waren diesem Gesundheitsrisiko tagtäglich ausgesetzt.

Während einer durchgeführten Ausgangsstudie kontaktierte die Gemeinde von Katalemwa Emesco und bat um Unterstützung bei der Errichtung einer geschützten Wasserquelle.

Die Gemeinschaft konnte diese aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht selbst durchführen. Wir haben die finanziellen Mittel zur Errichtung eines Flachbrunnens zur Verfügung gestellt, um eine sichere Wasserversorgung für die Gemeinde zu ermöglichen.

Gleich neben der Kibugika Wasserstelle befand sich ein geeigneter Ort, um einen Flachbrunnen zu errichten. Bei diesem Projekt wurde auch ein lokales Wasserkomitee gebildet, welches in Themen der Nachhaltigkeit trainiert wurde. Ebenso hat die Gemeinschaft Schulungen zu den Themen Wasser, Hygiene und Gesundheitspflege erhalten.

Dieses Projekt hat die Lebensgrundlage dieser ländlichen, armen Gemeinschaft dramatisch verbessert und wird damit viele Krankheiten und Todesfälle, die durch unsauberes Wasser verursacht wurden, verhindern.

Am 28. August hieß es dann Wasser Marsch! Die Menschen in Katalemwa haben somit endlich Zugang zu sauberem und sicherem Wasser. Das Wasserkomitee wurde gewählt und kümmert sich nun um die Instandhaltung des Brunnens.

ein Trinkwasserbrunnen für die Katalemwa-Gemeinde

die Kinder der Katalemwa Gemeinde freuen sich über Trinkwasser
offene Wasserstelle
Blick in die Wasserstelle
Männer mit einem Brunnenring neben dem Brunnenloch
der letzte Brunnenring wird eingesetzt
Arbeiten am Abfluss des Trinkwasser-Brunnen
das Umfeld des Trinkwasserbrunnen wird gebaut
der Trinkwasser-Brunnen für die Katalemwa Gemeinde ist fertig
der fertige Brunnen liefert Trinkwasser für die Katalemwa Gemeinde
die Kinder der Katalemwa Gemeinde freuen sich über Trinkwasser offene Wasserstelle Blick in die Wasserstelle Männer mit einem Brunnenring neben dem Brunnenloch der letzte Brunnenring wird eingesetzt Arbeiten am Abfluss des Trinkwasser-Brunnen das Umfeld des Trinkwasserbrunnen wird gebaut der Trinkwasser-Brunnen für die Katalemwa Gemeinde ist fertig der fertige Brunnen liefert Trinkwasser für die Katalemwa Gemeinde

Fotos: 2aid.org, Emesco Development Foundation (Da wir die sozialen Projekte nicht selbst betreuen und besuchen, ist der Projektträger die Quelle und Eigentümer der Fotos)
Projektbeschreibung: 2aid.org
KAFFEELAND HAINISCH in Zusammenarbeit mit 2aid.org und Emesco Development Foundation (Durchführung im Einsatzgebiet)

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Unterstützung für Kleinbäuerinnen in Oromia (Äthiopien / RCWDO)

Das Vertrauen wächst – Saatgut, Werkzeuge und Kooperativen für Kleinbäuerinnen in Oromia.

Sie plagen sich auf ihren kleinen Feldern, doch das Überleben wird immer schwieriger. Das Saatgut keimt schlecht und ist anfällig für Krankheiten. Oft gibt es kaum etwas zu ernten. Für alleinstehende Frauen ist es besonders schwierig. Ohne Unterstützung kämpfen sie jeden Tag aufs Neue für das Überleben ihrer Familien.
Hochwertiges, keimfähiges Saatgut für den Anbau von Zwiebeln und Kartoffeln kann den Frauen helfen, ihr Leben zu verbessern. Sie lernen, Saatgut zu vermehren, sodass sich wiederstandsfähige, lokal angepasste Sorten entwickeln. Geeignetes Werkzeug erleichtert die Feldarbeit und der Zusammenschluss zu Frauenkooperativen eröffnet neue Wege. DAS VERTRAUEN WÄCHST, dass die Saat aufgeht.

Der Willkür augeliefert
„Alles, was ich auf unserem Feld ernte, brauche ich, um mich und meine Kinder zu ernähren. Wenn ich ein Kind in die Schule schicken möchte, muss ich etwas von der Ernte verkaufen – dann haben wir weniger zu essen. Und wenn jemand in der Familie krank wird und wir ein Medikament kaufen müssen, dann hungern wir alle.“
Tamirat Benka ist Kleinbäuerin. Mit ihren vier Kindern lebt sie in einem abgeschiedenen Dorf in der Provinz Oromia, im Rift Valley. Ein kleines Stückchen Land in der Größe eines viertel Hektars ist alles was sie hat, um sich und ihre Kinder zu versorgen. Als vor einiger Zeit gleich zwei ihrer Kinder krank wurden, musste sie einen Teil der ohnedies kargen Ernte an einen Händler verkaufen. Dabei erlebte sie eine böse Überraschung:
„Wir hatten uns schon auf einen Preis geeinigt, aber am nächsten Tag ließ mir der Händler ausrichten, dass er mir nur noch die Hälfte für meine Zwiebeln bezahlen werde. Drei Tage lang habe ich vergeblich versucht, jemanden zu finden, der mir einen gerechten Preis für meine Ernte bezahlt, aber es war umsonst. Am vierten Tag nahm ich das Angebot an. Was hätte ich machen sollen?“

Das Vertrauen wächst – Saatgut Oromia

Rift Valley in Äthiopien
Frau im Gespräch
Frauen kochen und Rösten Kaffee
Frau sitzend neben Saatgutsack
Frauen am Weg
Frau verkauft Ernte am Markt
Hände zeigen Saatgut
bei der Aussaat
Frau mit Kartoffeln
Frau mit Kind vor Schüssel mit Essen
Frau mit Ziegen
Frauengesicht
Rift Valley in Äthiopien Frau im Gespräch Frauen kochen und Rösten Kaffee Frau sitzend neben Saatgutsack Frauen am Weg Frau verkauft Ernte am Markt Hände zeigen Saatgut bei der Aussaat Frau mit Kartoffeln Frau mit Kind vor Schüssel mit Essen Frau mit Ziegen Frauengesicht

Hunger in der Wiege der Menschheit …
Dabei kann das am Horn von Afrika liegende Äthiopien auf ein kulturell und landschaftlich reichhaltiges Erbe zurückblicken, hier finden sich die Ursprünge der Menschheit, des Kaffees und des Blauen Nils. Hohe Berge und Bodensenken weit unterhalb des Meeresspiegels formen Landschaften von atemberauber Schönheit.
Beschwerlich und körperlich anstrengend jedoch ist das Leben in den abgelegenen ländlichen Gebieten des Rift Valleys, jenem 6.000 km langen gewaltigen Riss in der Erdkruste, der auch als ostafrikanischer Graben bezeichnet wird. Jeder vierte Haushalt wird hier von einer Frau geführt. Bewaffnete Konflikte mit Eritrea Ende der 1990er Jahre, aber auch die Landflucht der Männer auf der Suche nach Arbeit haben in den Familien Spuren hinterlassen. Eine Bäuerin fügt hinzu:
„Die Männer sind gegangen, doch der Hunger bleibt.“

… denn die Saat geht nicht mehr auf
Alleine gelassen im täglichen Bemühen ums Überleben kämpfen Frauen wie Tamirat auch damit, dass das verwendete Saatgut immer schlechter keimt und die Ernte von Jahr zu Jahr zurückgeht. Bevor speziell gezüchtete Hybridsorten begannen, die lokalen Sorten zu verdrängen, war es Tradition, dass Bäuerinnen und Bauern einen Teil der Ernte zurückbehielten, um ihn als Saatgut in der nächsten Saison wieder auszusäen. So entwickelten sich lokal angepasste Sorten, die optimal auf die jeweiligen Böden und das Klima abgestimmt waren. Die Projektleiterin Rahel Bekele von OXFAM:
„Hybridsorten liefern hohe Erträge. Allerdings nur im ersten Jahr der Aussaat! Versucht der Bauer oder die Bäuerin einen Teil der Ernte erneut auszusäen, kommt das böse Erwachen. Viele Sorten sind so gezüchtet, dass ihre Samen nicht oder nur in geringem Maße keimfähig bzw. vermehrbar sind. Die meisten bäuerlichen Familien sind reine Selbstversorger und haben kein Geld, um sich jedes Jahr neues Saatgut zu kaufen und so verwenden sie dieses ungeeignete Saatgut weiter und die Ernten fallen von Jahr zu Jahr schlechter aus. Für die Menschen ist das eine Katastrophe.“

Überwältigendes Ergebnis
Gannat Bariso lebt mit ihrer Familie in Gabelto Kebele. Sie nahm an einem umfangreichen Programm zur Verbesserung ihrer Lebenssituation teil. [OXFAM setzt gemeinsam mit der lokalen Organisation Rift Valley Children and Women Development Organisation (RCWDO) seit 2007 Maßnahmen zur Unterstützung armer Bauernfamilien. Die Projektaktivitäten umfassen Wassermanagement, Saatgutvermehrung, Bildung von Kooperativen, Zugang zu Kleinstkrediten und Erschließung neuer Absatzmärkte.] Gannat Bariso berichtet:
„Ich war eine der ersten Frauen in unserem Dorf, die gutes und vor allem keimfähiges Saatgut verwenden konnte. Bei der letzten Ernte habe ich bereits 1.400 Kilo Kartoffeln geerntet, das ist doppelt so viel wie in den Jahren davor. 400 Kilo behielt ich für unsere Mahlzeiten und 1.000 Kilo habe ich um 2.000 Birr (umgerechnet etwa 86,- Euro) verkauft. Jetzt haben wir eine verlässliche Einkommensquelle und ich bin der beste Beweis dafür, dass die Unterstützung von uns Frauen ein guter Weg ist, um das Leben zu verbessern.“

Vom Saatgut bis zum Keimling
Aufbauend auf den gewonnenen Erfahrungen sollen 5.000 Familien, von denen fast alle selbstversorgend sind, die Chance erhalten, ihre Lebenssituation zu verbessern.

Wir haben einen Teil des Projekts mitfinanziert, um die Situation jener Frauen zu verbessern, die ihre Familien alleine versorgen müssen. Bäuerinnen wurden daher in der Produktion qualitativ hochwertigen Saatguts ausgebildet. Im Vordergrund standen dabei ertragreiche und begehrte Arten wie Kartoffeln und Zwiebeln, die sich am Markt gut verkaufen lassen. Außerdem können sie auf den kleinen Feldern in der unmittelbaren Nähe der Häuser angebaut werden. Saatgutüberschüsse werden an andere Bauernfamilien abgegeben.

Langfristig sollen alle Familien im Projektgebiet Zugang zu keimfähigem und lokal angepasstem Saatgut erhalten. Neben hochwertigem Saatgut für die Saatgutvermehrung (Zwiebeln und Kartoffeln) erhielten die Frauen eine kleine Starthilfe in Form von landwirtschaftlichem Werkzeug (Scheibtruhen, Rechen, Sicheln, Spaten, Hauen). Zusätzlich profitieren die Frauen von den Vorteilen der Kooperativen. Sie können Lagermöglichkeiten für ihre Ernten nutzen, um den günstigsten Zeitpunkt für den Verkauf abzuwarten und erzielen gemeinschaftlich für ihre Ernten bessere Preise.

Fotos: © OXFAM (Da wir die sozialen Projekte nicht selbst betreuen und besuchen, ist der Projektträger die Quelle und Eigentümer der Fotos)
Projektbeschreibung: © Entwicklungshilfeklub
KAFFEELAND HAINISCH in Zusammenarbeit mit Entwicklungshilfeklub, OXFAM und Rift Valley Children and Women Development Organisation (RCWDO – Durchführung im Einsatzgebiet)

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Waisenhaus St. Elisabeth in Butare (Rwanda / Barmherzige Schwestern)

Das KAFFEELAND HAINISCH unterstützt das Waisenhaus St. Elisabeth in Butare in harten Zeiten.

Ruanda ist ein dicht bevölkerter Binnenstaat in Ostafrika. Obwohl sich die allgemeine Lage in den letzten Jahren wesentlich verbessert hat, zählt Ruanda nach wie vor zu den ärmsten Ländern Afrikas. Flüchtlinge aus der Demokratischen Republik Kongo belasten das elf Millionen Einwohner zählende Land zusätzlich, denn es verfügt kaum über Ressourcen oder eine nennenswerte Industrie. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt daher nur 58 Jahre. Eine Frau bringt durchschnittlich fünf bis sechs Kinder zur Welt. Nur knapp ein Drittel nimmt bei der Geburt medizinische Hilfe in Anspruch. Daher kommt es oft zu Komplikationen während der Entbindung, manchmal mit tödlichem Ausgang.

Im Waisenhaus St. Elisabeth werden Kinder, deren Mütter bei oder kurz nach der Geburt sterben aufgenommen und aufgepäppelt. Neben der Akutversorgung von Neugeborenen versucht Schwester Desireé Nibogora, Leiterin der Einrichtung, ihren Schützlingen ein liebevolles neues Zuhause zu bieten. Sie weiß, dass ein Heim keine Familie ersetzen kann.
Langfristiges Ziel ist es daher, den Kindern die Wiederaufnahme in ihre Großfamilie zu ermöglichen oder eine fürsorgliche Pflege- bzw. Adoptivfamilie zu finden, die die Schützlinge bei sich aufnehmen möchte. Viele der Kinder, die in St. Elisabeth leben, tun dies daher nur auf Zeit.
65 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 0 und 25 Jahre leben im Heim. Sie erhalten Nahrung und Kleidung und können die Schule besuchen. Zusätzlich werden täglich rund 70 Kinder aus der Umgebung mit einer warmen Mahlzeit versorgt. Oft das einzige Essen am Tag.
Die eingehenden Spendengelder wurden für Lebensmittel, ärztliche Versorgung und Schulgebühren verwendet.

Waisenhaus St. Elisabeth in Butare

tanzende Frauen
Waisenkinder mit Betreuern
Kleinkinder sitzend
Frauen und Kinder bedanken sich
Frauen und Kinder mit Lebensmittelsäcken
Schweser Nibogora mit Säuglingen und Frauen
2 Frauen füttern Säuglinge
Schweser Nibogora im Garten
tanzende Frauen Waisenkinder mit Betreuern Kleinkinder sitzend Frauen und Kinder bedanken sich Frauen und Kinder mit Lebensmittelsäcken Schweser Nibogora mit Säuglingen und Frauen 2 Frauen füttern Säuglinge Schweser Nibogora im Garten

Fotos: © Daughters of Charity of Saint Vincent de Paul, Caritas (Da wir die sozialen Projekte nicht selbst betreuen und besuchen, ist der Projektträger die Quelle und Eigentümer der Fotos)
Projektbeschreibung: © Caritas Graz-Seckau
KAFFEELAND HAINISCH in Zusammenarbeit mit Caritas Graz-Seckau, Barmherzige Schwestern (Durchführung im Einsatzgebiet)

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